Zielsetzungen des Vortrages:

  • Vorstellung von Umfrageergebnissen zur Ausprägung transformationaler Führung in der Physiotherapie und ihrem Zusammenhang mit den Erfolgskriterien: zusätzliche Anstrengungsbereitschaft und Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrer Führungskraft.
  • Diskussion der Ergebnisse im Hinblick auf die Führungskräfteentwicklung.

Hintergrund der Studie:

Dem Thema Personalführung wird nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im Gesundheitswesen immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Zum jetzigen Zeitpunkt existieren jedoch nur wenige Studien zu Qualität und Merkmalen der Führung in der Physiotherapie (1). Was „gute“ Führung bedeutet, kann nur berufsgruppenspezifisch definiert werden (3). Ebenso muss die Ermittlung möglicher Verbesserungspotenziale fachspezifisch erfolgen.

Methodik:

Bei der vorliegenden Querschnittsstudie handelt es sich um eine Onlinebefragung mit einer Stichprobengröße von n = 124 Probanden. Die Studie wurde im Rahmen einer Masterarbeit an der Technischen Universität Kaiserslautern und der Universität Witten/Herdecke durchgeführt.

Die Befragungszeit betrug 4,5 Wochen. Die Studienteilnehmer wurden über die Hintergründe der Studie, die Freiwilligkeit und Anonymität Ihrer Teilnahme informiert.

Für die Bewertung des Vorgesetztenverhaltens ist die deutsche Version des „Multifactor Leadership Questionnaire“ (MLQ, Form 5×Short) eingesetzt worden (2).

Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt bei 39,3 Jahren (Standardabweichung: 10,9). 66% der Teilnehmer sind weiblich, 34% männlich.

Ergebnisse:

Es zeigen sich positive Korrelationen für den Zusammenhang zwischen dem transformationalen Führungsverhalten und den erhobenen Erfolgskriterien der Führung (p < .001). Die höchsten Korrelationen (.82 < r < .89) weisen die transformationalen Skalen: Ausstrahlung, Einfluss durch Vorbildlichkeit (attribuiert), intellektuelle Stimulierung und individuelle Wertschätzung mit den Erfolgskriterien: zusätzliche Anstrengungsbereitschaft und Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrer Führungskraft.

Schlussfolgerung:

Die Ausprägung transformationaler Führung in der befragten Physiotherapeutenpopulation kann als durchschnittlich bezeichnet werden. Die Mittelwerte und Standardabweichungen sind mit den Werten aus anderen großangelegten Studien aus Deutschland vergleichbar (2). Im Rahmen von Führungskräfteschulungen und Teamentwicklungsmaßnahmen ist eine Sensibilisierung für die Themen: Einflussnahme durch Vorbildfunktion, intellektuelle Stimulierung der Mitarbeiter und individuelle Wertschätzung zu empfehlen.

Gliederungspunkte:

  1. Einleitung: Was ist transformationale Führung?
  2. Vorstellung der Studie: Wie gut führt ihr Chef?
    • Fragestellungen der Untersuchung
    • Stichprobe und Studiendesign
    • Untersuchungsinstrumente
    • Datenverarbeitung
    • Ergebnisse
  3. Diskussion der Ergebnisse im Hinblick auf die Führungskräfteentwicklung
  4. Fazit

Literaturverzeichnis:

(1) Desveaux L.; Chan Z.; Brooks D. (2016) Leadership in Physical Therapy: Characteristics of Academics and Managers: A Brief Report. In: Physiotherapy Canada 68 (1), S. 54–58.

(2) Felfe, J. (2006) Validierung einer deutschen Version des “Multifactor Leadership Questionnaire“ (MLQ Form 5 x Short) von Bass und Avolio (1995). In: Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie A&O 50 (2), S. 61–78.

(3) Schmidt-Huber M., Hörner K., Weisweiler S. (2015) Wirksames Führungsverhalten von Oberärzten und pflegerischen Stationsleitungen unter der Lupe: Führen Pflegekräfte anders als Ärzte? In: ZFPG, Jg. 1 (3), S. 28-43.