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Entwicklung eines Fragebogens zu Bewegungsangst bei Patienten mit chronischen lumbalen Rückenschmerz

Samstag, 15:05-15:12 Uhr

Referent/in

Benjamin Hägele

Einleitung

Rückenschmerzen spielen nach wie vor eine große Rolle in Deutschland und gehen mit einer hohen Prävalenz einher. Stichtagprävalenzen von Rückenschmerzen aus dem Jahr 2003/2006 liegen bei 32% und 49%. Hingegen beträgt die Lebenszeitprävalenz zwischen 74% und 85% (Raspe, 2012).  Im Jahr 2009 gaben 20,7 % der Befragten an, im letzten Jahr unter mindestens drei Monate oder länger anhaltenden Rückenschmerzen (fast täglich) gelitten zu haben (Raspe, 2012).  Weiter zeigt sich bei Frauen eine dreimal so hohe Inzidenz, die mit dem Alter steigt (Neuhauser, Ellert, Ziese, 2005)

Obwohl die meisten Patienten mit Rückenschmerzen wieder genesen, entwickeln ca. 10% chronische und behandlungsbedürftige Rückenschmerzen (Denner, 2013). Mit der Zunahme von chronischen Rückenschmerzen wurden immer mehr Modelle entwickelt, um herauszufinden warum Menschen einen chronischen Rückenschmerz entwickeln und andere nicht.

Diagnostisch und therapeutisch ist es daher wichtig die Angstkomponente bei Rückenschmerzen verlässlich zu erfassen. Hier stehen unterschiedliche Messinstrumente zur Verfügung, welche sich jedoch zum Teil erheblich voneinander unterscheiden und deren zugrundeliegendes Konstrukt nur unzureichend definiert ist.

Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit war es daher, einen Fragebogen basierend auf einer eindeutigen Definition der zugrundeliegenden Konstrukte zu entwickeln, der die verschiedenen Formen der Angst erfasst.

Zielgruppe

Patienten mit chronisch lumbalen unspezifischen Rückenschmerz im LWS-Bereich, die mind. 18 Jahre sind. Red, Blue und Orange Flags waren Ausschlusskriterien.

Fragebogenentwicklung

  1. Recherche zu den Konstrukten Angst und den abzugrenzenden Konstrukten wie Katastrophisieren, Bewegungsangst, Hypervigilanz und Depression in den elektronischen Datenbanken PubMed, Pedro, Medline und Google Scholar. Bestehende Fragebögen wurden auf die zugrundliegende Definition geprüft. Auf Grundlage der bestehenden Literatur und einer Expertenrunden wurden die theoretischen Konstrukte auf Deutsch neu definiert und mit Schlagwörter versehen.
  2. Den Dimensionen sind einzelne Fragen aus bestehenden Fragebögen (TSK, CSQ, PCS, DASS, SBST), zu den hier definierten Konstrukten zugeordnet wurden.
  3. 120 Fragen wurden analysiert und umformuliert. Zusätzlich wurde mit zwei Experten[1] ein offenes Interview geführt, um weitere Items zu erstellen. Nach Ausschluss doppelter und nicht eindeutiger Fragen, wie auch dem Hinzufügen fehlender Items, war eine vorläufige Version mit 60 Items vorliegend.
  4. Nach einer finalen Expertenrunde[2] und schriftlichem Feedback der Experten, wurde die finale Version mit 48 Items festgelegt. Bewertungsdimension wurde mit vier und sechs Antwortkategorien ausgewählt.

Pilotphase: laufend

 Statistische Auswertung

Multitrait-Multimethod-Analyse. Die Ergebnisse werden dazu dienen, eine weitere Item-Auswahl zu treffen und konvergent korrelierende Items zu selektieren.

Ergebnisse

Abschluss der Datensammlung ist geplant zum 30.04.2018. Ergebnisse liegen dann vor bis 31.05.2018.

Literatur

[1] Physiotherapeut (Prof. Dr.) & Psychologe (Prof. Dr.) > 10 Jahre Berufserfahrung mit Schmerzpatienten

[2] 4 Physiotherapeuten, 2 Psychologen, 1 Musiktherapeuten