MUSKULOSKELETTALE PHYSIOTHERAPIE – WAS WIRKT, WENN ES WIRKT?

Chancen und Möglichkeiten der physiotherapeutischen Untersuchung und Behandlung bei Migränepatienten mit dem CCS-Konzept

Samstag, 14:30-14:50 Uhr

Referent/in

Heike Kubat

Inhalt

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse untermauern differentialdiagnostische Kriterien und pathophysiologische Mechanismen, die physiotherapeutische/ manualtherapeutische Untersuchungs- und Behandlungsmodalitäten der Migräne möglich machen.

Erklärungen der kindlichen Migräne veranschaulichen diese Konklusionen. Eine abnormale Erregbarkeit des primären Cortex zeigt erhöhte Reizantworten auf auditative, visuelle und somatosensorische Provokationen, metabolische Veränderungen führen zu Aktivierungen im trigemino-vaskulären System, sowie ist die Habituationsfähigkeit des sensorischen Kortex auf wiederholte Reize reduziert. Passive Sitzpositionen (in der Schule), statische HWS- Flexionsstellungen, erhöhte Muskelspannungen und Dysfunktionen der Kopfgelenke werden mit der kindlichen Migräne in Verbindung gebracht.

Verschiedenste Faktoren können eine Minderbelastbarkeit in verschiedenen beteiligten Systemen auslösen, die mit differenzierenden Testen geprüft werden müssen. Kognitiv und emotionale und neuromuskuloskeletale Ursachen werden erörtert. Die Rolle von Triggerfaktoren wird diskutiert. Aufgrund der pathophysiologischen Faktoren wird das evidenzbasierte Behandlungskonzept CCS- Konzept dargestellt. Neuere wissenschaftliche Studien belegen diese Vorgehensweisen für die praktische Umsetzung: Bei einer untersuchten Migränepopulation litten 70% der Patienten unter HWS –Schmerzen, HWS- Schmerzen zeigen sich als ein beitragender Faktor bei Migräne, HWS-Schmerzen reduzieren die Effektivität von Migränemedikamenten und HWS- Schmerzen sind assoziiert mit einer grösseren Gefahr zur Chronifizierung. Es zeigte sich, dass aktive und latente Triggerpunkte bei Migräne, Spannungskopfschmerzen und cervicogenen Kopfschmerzen im Vergleich zu Gesunden den bekannten Kopfschmerz ausgelöst haben. Spannungen und Steifigkeit im Gewebe, eine eingeschränkte Beweglichkeit und eine segmentale Schmerzreproduktion zeigte sich in den Studien erhöht bei Spannungskopfschmerzen und bei Migräne im Verhältnis zu einer asymptomatischen Kontrollgruppe.

Literatur

Dugailly, P. M., Decuyper, A., Salem, W., De Boe, A., Espí-López, G. V., & Lepers, Y. (2017). Analysis of the upper cervical spine stiffness during axial rotation: A comparative study among patients with tension-type headache or migraine and asymptomatic subjects. Clinical Biomechanics, 42, 128-133.

Ferracini, G. N., Florencio, L. L., Dach, F., Bevilaqua, G. D., Palacios-Ceña, M., Ordás-Bandera, C., … & Fernández-DE-Las-Peñas, C. (2017). Musculoskeletal disorders of the upper cervical spine in women with episodic or chronic migraine. European journal of physical and rehabilitation medicine.

Watson, D. H., & Drummond, P. D. (2012). Head Pain Referral During Examination of the Neck in Migraine and Tension‐Type Headache. Headache: The Journal of Head and Face Pain, 52(8), 1226-1235.