KURSE VON PHYSIO-DEUTSCHLAND, WORKSHOP 1

Testbatterie beim craniocervicalen Symptomkomplex – Werkzeug zur effektiven Therapie

Freitag, 09:00-11:15 Uhr

Referent/in

Heike Kubat, MSc, OMT

Elke Schulze, MSc, OMT

Einleitung

Klinische Beschwerdebilder wie Gesichts- und Kopfschmerzen, Kiefergelenksbeschwerden, cervicale Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, Schwindel oder Tinnitus fordern uns als Physiotherapeuten in unserer täglichen Praxis heraus. Epidemiologische Studien zeigen hohe Prävalenzzahlen auf und weisen auf eine damit verbundene erhebliche Belastung für das Gesundheitssystem, das sozioökonomische System und damit auch für den einzelnen Betroffenen hin. Kompetenzen zur Untersuchung und Behandlung von häufig sehr komplexen Beschwerdebildern sind in den medizinischen Disziplinen deshalb sehr gefragt.

Ziele des Workshops

Das CCS- Konzept evaluiert verschiedene Systeme, die genauestens untersucht und bei Relevanz behandelt werden. Viele Rezeptoren-Aktivitäten spielen für das Entstehen von craniocervicalen Symptomen eine Rolle und ebenso deren Informationsaustausch. Wie verhält sich die Augenbewegung während einer Drehbewegung des Kopfes? Wie werden Signale aus der Wirbelsäule mit Signalen von Hirnnerven vermischt und weitergeleitet? Sind Augen-, Gleichgewichtsreflexe intakt? Funktioniert die kinästhetische Wahrnehmung? Bei einem `Durcheinander` dieser Systeme kommt es zu Fehlinformationen, die zu Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus u. ä. führen können.
Lassen wir unsere PatientInnen nicht in dem Glauben, dass alle craniocervicalen Beschwerden nur psychisch, stressbedingt und hormonell sind (und in erster Linie mit Botox, Triptanen und Antidepressiva zu behandeln sind). Diese genannten Faktoren sind ebenso beteiligte Faktoren, aber nicht nur – craniocervicale Symptome entstehen durch eine Summation von vielen Faktoren. Gibt es Faktoren, die mit weniger Aufwand und weniger Nebenwirkungen beeinflusst werden können, so sollten wir dies tun!

Inhalte des Workshops

In unserem Workshop wird eine Testbatterie für den praktischen Alltag in der Physiotherapie vorgestellt, die ein Werkzeug darstellt, um komplexe Funktionsstörungen in der craniocervicalen Region besser erschließen zu können. Die Tests vervollständigen die therapeutische Befunderhebung und dienen vorrangig der Feststellung von Funktionsstörungen in unterschiedlichen Systembereichen. Zusammen mit einer vorausgehenden Anamnese und weiterführenden spezifischen physiotherapeutischen Untersuchungsverfahren aus der Manuellen Therapie, Osteopathie sowie auch aus den Fachrichtungen Geriatrie, Pädiatrie oder Neurologie kann der Therapeut dementsprechende adäquate und zielgerichtete Behandlungsstrategien ableiten.